Antenne Bayern

Projektreport

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Vom zentralen Funkhaus in Ismaning werden 37 Sendemasten in Bayern mit 24-stündigem, täglichen Programm versorgt, das weithin auch in Teilen Hessens, Thüringens, Sachsen, Baden-Württembergs und Österreichs zu empfangen ist. Nach der letzten Media-Analyse (MA 2003) ist Antenne Bayern mit ihrem Programmformat AC (adult contemporary) für die Zielgruppe von 14 bis 49 auch weiterhin Deutschlands erfolgreichstes Privatradio. 1999 wurde die Tochterfirma Rock Antenne gegründet, die auf einer eigenen Frequenz und über DAB zu empfangen ist.

Antenne Bayern hat vier Produktionsstudios, in denen sowohl die sendebegeleitenden Produktionen durchgeführt, als auch die ganzen Sendeelemente produziert werden. In den Studios wird parallel gearbeitet, wobei die einzelnen Produzenten je nach Disposition verschiedene Bereiche abdecken und somit ganz nach Anforderung in einem bestimmten Studio arbeiten müssen. Studio 1 ist für die Produktion von aufwendigen Sendeverpackungen (Sounddesign), CD-Produktionen sowie für Unplugged Sessions von Künstlern ausgerüstet, während in Studio 2 und 3 die klassische Sendebegleitung statt findet.
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Bisher wurde in den Studios mit Sadie Artemis-Systemen gearbeitet, die über ein ATM-Netzwerk (Sascia) venetzt waren. Es bestand also die Möglichkeit zumindest auf die Aufnahmen der anderen Produktionsstudios direkt zuzugreifen. 2003 wurde über die Er-neuerung der Produktionssysteme gesprochen, da es mit den bestehenden nicht möglich war, moderne aktuelle Produktionen mit vielen Effekten, zu realisieren.

Es wurden mehrere Systeme wie Sadie V5, Sequoia, auch Pyramix getestet. SMM lieferte für den anstehenden Testbetrieb ein ProTools HD-System in Kombination mit einem FibreChannel (SAN).

Neben den reinen Funktionen der Audioworkstations war die Vernetzung der Systeme einer der wichtigsten Faktoren. Es stellte sich heraus, dass die nativen Systeme, aufgrund der bestehenden Latenz, den Erwartungen von Antenne Bayern nicht standhalten konnten. Desweiteren kam es zu häufigen Konflikten mit Hardware von Drittherstellern sowie den Treibern. Durch derartige Stabilitätsprobleme der einzelnen Workstations, war es nicht möglich einen funktionstüchtigen Netzwerkbetrieb in einer Workgoup zu realisieren. Was für eine sendebegleitende Produktion absolut inakzeptabel ist.

Somit hat sich bei den Tests das von SMM gestellte Pro Tools HD-System in Kombination mit einem FibreChannel Netzwerk (SAN von SNS) durchgesetzt. Den letztendlichen Ausschlag gab die Zuverlässigkeit der bis ins Detail von SMMausgearbeiteten Komplettlösung. Die Systeme wurden bereits konfiguriert angeliefert und mussten nur noch vor Ort in Betrieb genommen werden.

Durch die ausgearbeitete Integration des FibreChannel-Systems können alle Pro Tools-Systeme auf einen gemeinsamen Festplatten Pool zugreifen. Dieser ist workflowbezogen unterteilt, so dass ein Produzent sich bei Arbeitsbeginn unabhängig von seinem Studioarbeitsplatz anmeldet und sofort auf die benötigten Daten zugreifen kann. Steht ein Studiowechsel an muss er sich lediglich am alten Arbeitsplatz ab- und am neuen wieder anmelden.

Um den kompletten Workflow so einfach wie möglich zu gestalten wurde ein zentrales Soundarchiv von SMMintegriert, auf dem sämtliche Produktionselemente gesichert werden.

Neben den drei Studios von Antenne Bayern wurde aufgrund der erfolg-reichen Tests auch die Tochter “Rock-Antenne” umgerüstet. Weiterhin wurde noch ein Arbeitsplatz für die Vorpro-duktion von Comedy-Elementen mit einem Digi002-System installiert. Der Clou ist, dass tatsächlich alle Pro Tools-Systeme, die im FibreChannel Verbund sind (5 Stück), gleichzeitig auf alle Daten zugreifen können.

Ein weiterer Vorteil bestand für Antenne Bayern darin, dass SMM das bereits vorhandene hauseigene Back-upsystem (Veritas) über einen PC direkt in das neu installierte FibreChannel System aufnehmen konnte.

Um einen möglichst fließenden Übergang der Produktion zu gewährleisten, wurden sämtliche relevanten Produktionselemente exportiert. Hierbei wird aus dem Sadie ein Schnittdaten-File mit zugehörigen WAV-Files erzeugt. Diese werden durch eine Konvertierungs- Software für den Import in Pro Tools vorbereitet und auf einem Fileserver abgelegt. Dieser ist über Gigabit Ethernet mit den Pro Tools-Systemen verbunden. Wird eine alte Produktion benötigt, werden einfach mit Hilfe des DigiTranslators die alten Schnittdaten mit den dazugehörigen Audiofiles importiert. Fertig!
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Durch diese von SMM konzipierte Lösung war es Antenne Bayern möglich, in kürzester Zeit die Umstellung auf ein neues System zu vollziehen. Die Sadie Systeme sind dienstags ausser Betrieb gegangen, nachdem Montag Abend die letzte Produktion gefahren wurde. Am Mittwoch wurden die vorkonfigurierten Systeme in die Racks montiert und an die vorverlegte FibreChannel Verkabelung angeschlossen.

Die Installations-Crew von SMM machte letzte Tests und am Donnerstag, um 4 Uhr morgens, wurde bereits die erste sendebegeleitende Produktion zu “Guten Morgen Bayern” erfolgreich abgefahren. Nach einer kurzen Einweisung der Operator am Donnerstag sowie einer fundierten, darauf folgenden Pro Tools Operator-Schulung, konnte in kürzester Zeit ohne weitere Probleme mit den neuen System gearbeitet werden.

Kurzes Interview

mit Stephan Schöpf, Leiter der Produktion von Antenne Bayern

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MW: Warum habt Ihr Euch für Pro Tools entschieden?

Stephan Schöpf: Um weiterhin auf dem Radiomarkt konkurrenzfähig zu bleiben, haben wir uns ent-schieden, unser komplettes OnAir Sounddesign zu erneuern. Dies geschah bisher auschließlich bei externen Firmen und war immer sehr umständlich, extrem teuer und meist war das Ergebnis nie so wie ich wollte. Durch eine Inhouse Produktion kann man diese Nachteile alle umgehen.

MW: Was habt Ihr schon alles produziert ?

Stephan Schöpf: Wir haben innerhalb kürzester Zeit die ganze Verpackung des Senders erneuert, dies waren ca. 5000 Elemente wie Jingles, Musikbetten, Showopener usw. Es wurde alles im Sender aufgenommen, ob Gesänge, Gitarren, Bläser...

SMM: Gibt oder gab es bei dem hohen Arbeitsaufwand Stabilitätsprobleme mit Systemen oder Netzwerk?

Nie - Hut ab!!! Nach sehr kurzer Einarbeitungszeit konnte wirklich jeder Produzent mit den neuen Systemen umgehen. Selbst bei sehr aufwändigen Sessions mit unzähligen Plug-Ins und Automationsdaten hat es keiner geschafft unsere Pro Tools-Systeme abzuschießen.

Stephan Schöpf: Die Vorteile liegen auf der Hand. Die örtliche Nähe bringt uns unschlagbare Zeitvorteile, falls wirklich mal Hilfe vor Ort benötigt wird. Zudem haben wir eine Firma gesucht, die uns ein “Rundumsorglospaket” schnüren kann, also praktisch alles aus einer Hand: Konzeption, die von uns gewünschten Produkte (Pro Tools inkl. Netzwerkanbindung), Installation, Service, Support, Wartung ....

Bei keiner anderen Firma haben wir uns so gut betreut gefühlt wie bei SMM, das fing schon bei der Teststellung der Systeme an.

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SMM bedankt sich nochmals ganz herzlich bei Antenne Bayern und dem gesamten Team für die gute Zusammenarbeit vor, während und nach dem Studiobau und wünscht Antenne Bayern weiterhin viel Erfolg mit Ihren neuen Studios im FibreChannel-Verbund!








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